11.09.01, Pressemitteilung
Neue Bauflächen auf dem Gleisdreieck ?
Vertragsabschluß noch vor den Wahlen?
Wie die AG Gleisdreieck in den letzten Tage immer wieder gehört
hat, stehen die Verhandlungen um die Zukunft des Gleisdreieck zwischen
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der VIVICO, der Vertreterin
der Bahn AG, kurz vor einem Abschluß.
Nach dem Eindruck der AG Gleisdreieck soll hier noch schnell vor den
Wahlen ein Vertrag abgeschlossen werden, mit dem sich der zuständige
Senator in der Öffentlichkeit als großer Problemlöser
präsentieren möchte. Mit diesem Vertrag würde das Land
Berlin der VIVICO erhebliche, zusätzliche Bauflächen zugestehen.
Die Diskussion über Dichte und Höhe der Bebauung würde
jedoch auf die Zeit nach den Wahlen vertagt werden. Die AG Gleisdreieck
ist gegen den Vertragsabschluß aus folgenden Gründen:
1. Der bisher ausgehandelte Stand ist ein schlechtes städtebauliches
Konzept. Für die AG Gleisdreieck ist das Bahngelände auch ein
kulturelles Phänomen. In über 150 Jahren entstanden, in den
Jahren nach 1945 vom wilden Grün überwuchert, liegt diese Techniklandschaft
zwischen den dicht bebauten Quartieren von Kreuzberg, Tiergarten und Schöneberg.
Dieser historische Freiraum mitten in der Stadt würde nicht als Park
zugänglich, sondern erheblich verkleinert und hinter der neuen Bebauung
versteckt werden.
2. Dabei würde auch der geltende Flächennutzungsplan, der eigentlich
für die Senatsverwaltung verbindlich ist, missachtet. An zwei Stellen
werden Grünflächen zu Bauflächen gemacht. Auf dem Anhalter
Güterbahnhof soll ein Kulturstandort zu einer normalen Baufläche
werden. Bisher war dort geplant, die alte Ladestraße (siehe Abbildung
im Anhang) in die nächste Ausbaustufe des Deutschen Technikmuseums
zu integrieren. Durch das Konzept von Senator Strieder und der VIVICO
würde dem Museum diese Entwicklungsmöglichkeit ein für
alle mal genommen.
3. Das Thema Gleisdreieck ist zu komplex, um im Wahlkampf für vermeintliche
Erfolgsmeldungen herzuhalten. Eine Lösung des Konflikts kann nur
im Einvernehmen mit allen Beteiligten gefunden werden. Dazu gehören
neben dem Grundstückseigentümer Bahn AG auch die Anwohner und
Bürgerinitiativen, die sich seit Jahren für den Park einsetzen.
Sollte sich herausstellen, dass für eine Lösung des Konflikts
der Flächennutzungsplan geändert werden muss, kann dies nur
unter Beachtung der vom Baugesetzbuch vorgesehenen demokratischen Regeln
mit öffentlicher Auslegung und Bürgerbeteiligung erfolgen. Vorher
sollte kein Vertrag unterschrieben werden !
04.10.01
Gleisdreieck, Park oder Bebauung ?
Pressekonferenz: Freitag, den 12. 10. 01 um 11 Uhr, Martin-Luther-Kirche,
Dennewitzplatz, nähe U-Bahnhof Bülowstraße
Ausstellungseröffnung: Freitag, den 12. 10. 01 ab 17 Uhr, am selben
Ort
Sehr geehrte Damen und Herren!
Die jahrelange Diskussion um die zukünftige Nutzung des Gleisdreieck
scheint sich einem Ende zu nähern. Die Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und die Vivico als Vertreterin des Grundstückeigentümers
Deutsche Bahn AG stehen kurz davor, einen Vertrag abzuschließen,
der die Aufteilung des Geländes in Bau- und Freiflächen vorsieht.
Mit der Ausstellung möchte die AG Gleisdreieck diese Diskussion
positiv beeinflussen. Die Besonderheiten des Geländes mit seiner
Geschichte, seiner Topografie, seiner Vegetation und seiner stadtklimatischen
Bedeutung werden aufgezeigt. Die von Senat und Vivico gefundenen Konzepte
werden kritisch hinterfragt und eigene Konzepte vorgestellt. Die Ausstellung
wird gefördert mit Geldern aus dem Quartiersmanagement von Schönberg
Nord und Tiergarten Süd. Sie wird als Wanderausstellung in diesen
beiden Bezirken gezeigt werden.
Gleichzeitig mit der Ausstellung der AG Gleisdreieck wird auch die Vivico,
als Vertreterin des Grundstückeigentümers Deutsche Bahn AG,
mit eigenen Schautafeln präsent sein. So können die beiden unterschiedlichen
Standpunkte hier aus erster Hand erfahren werden.
19.10.01, Pressemitteilung
Vertragsunterzeichnung geplatzt
Die Unterzeichnung des Rahmenvertrags zwischen der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und der VIVICO, der Immobiliengesellschaft der Deutschen
Bahn AG, ist geplatzt. Mit diesem Vertrag sollte - noch kurz vor den Wahlen
- die Aufteilung des Gleisdreieck in Bauflächen und Freiflächen
endgültig festgeschrieben werden.
Der Rahmenvertrag war in den letzten Monaten von den in der AG Gleisdreieck
zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen kritisiert worden, weil durch
diesen Vertrag das Gleisdreieck von allen Seiten zugebaut worden wäre.
Der Rahmenvertrag sah insgesamt 19 ha neue Baufläche vor. Lediglich
10 ha neue Baufläche sind jedoch im gültigen Flächennutzungsplan
von 1998 und im Planwerk Innenstadt Lediglich festgeschrieben. Damit gäbe
es einen Verlust von 9 ha Baufläche.
Starke Kritik am Rahmenvertrag kam auch von Seiten des Deutschen Technikmuseums.
Im Rahmenvertrag war vorgesehen, die historische Ladestraße auf
dem Anhalter Güterbahnhof abzureißen und an dieser Stelle ein
neues Baufeld zu schaffen. Damit wäre dem Museum die Möglichkeit
zur Erweiterung genommen worden. Diese Erweiterung war im Gründungsvertrag
des Museum jedoch fest vereinbart worden. Die Ladestraße sollte
mit Glasdächern versehen werden und als dritte Ausbaustufe dem Museum
als Ausstellungsfläche dienen.
Über die verschiedenen Konzepte zur zukünftigen Entwicklung
des Bahngeländes informiert die zur Zeit laufende Gleisdreieck-Ausstellung,
die von den Bürgerinitiativen mit Hilfe des Quartiersmanagements
erstellt wurde. In der selben Ausstellung ist auch die VIVICO mit eigenen
Schautafeln präsent, so dass die unterschiedlichen Positionen deutlich
werden. In einem städtebaulichen Modell können die verschiedenen
Bebauungsvarianten nachgespielt werden.
Die Ausstellung ist noch bis kommenden Dienstag, täglich 17 bis
20 Uhr in der Luther-Kirche auf dem Dennewitzplatz, nähe U-Bahnhof
Bülowstraße zusehen. Danach wird sie an drei weiteren Orten
in Schöneberg und Tiergarten gezeigt werden.
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