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Aufruf der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck an die Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, der mit der VIVICO ausgehandelten Rahmenvereinbarung nicht zuzustimmen. 1. Juli 2002
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Sieben Gründe für den Park auf dem Gleisdreieck,
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1. |
Als "eine Jahrhundertchance für Berlin" bezeichnet der Professor für Stadtplanung Harald Bodenschatz (TU Berlin) die Entwicklung des Gleisdreiecks als Park. Der vorliegende Rahmenvertrag jedoch sieht vor, das Bahngelände von allen Rändern her zuzubauen. Der historische Freiraum zwischen den gründerzeitlichen Quartieren von Schöneberg und Tiergarten auf der Westseite und von Kreuzberg auf der Ostseite des Gelände würde aufgegeben. Die AG Gleisdreieck dagegen fordert, daß das gesamte Bahngelände als Park zugänglich gemacht wird. Das Bahngelände ist durch seine eigene Topografie mit künstlichen Aufschüttungen und künstlichen Einschnitten klar von den benachbarten Stadtteilen unterschieden. Diese in 150 Jahren entstandene Zäsur soll als städtebauliche Grenze zwischen Stadt und Landschaft respektiert werden. Dafür sprechen kulturhistorische, stadtklimatische Gründe, dafür spricht die Funktion des Gleisdreiecks als wichtiges Bindeglied eines überregionalen Parknetzes, dafür spricht auch der in der Innenstadt vorhandene Bedarf nach Flächen für Erholung und Freizeit. In dieser Landschaft sind zahlreiche technische und bauliche Denkmäler aus der Eisenbahngeschichte, die berühmte, in mehreren Jahrzehnten gewachsene Vegetation und die aktuelle, moderne Eisenbahn mit der Einfahrt in den Tiergartentunnel zu finden. Die Integration dieser Elemente in einen neuen Park ist eine einmalige Chance, eine Jahrhundertchance.
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2. |
Der Erhalt dieses Freiraums war bisher das offizielle Planungsziel von
Bezirk und Land, festgelegt im Flächennutzungsplan, im Planwerk Innenstadt,
im Landschaftsprogramm, in den städtebaulichen Verträgen mit
den Investoren vom Potsdamer Platz, im 1999 aufgestellten Bebauungsplan
des Bezirks. Zur Erinnerung: 1998 wurde der Flächennutzungsplan geändert
mit dem Ziel, endlich die planungsrechtlichen Voraussetzungen für
den Park zu schaffen: 11 ha neue Baufläche, der Rest Grün und
Sport. Dieses Ergebnis stellte einen Kompromiß dar zwischen den
noch viel weiter reichenden Parkplanungen, wie sie für die Bundesgartenschau
Anfang der 90er Jahre vorgesehen waren, und den Verwertungswünschen
der Bahn. Dieser FNP-Änderung war eine 3jährige Diskussion vorausgegangen,
an der die Bahn (damals als Eisenbahn-Immobilienmanagement ) beteiligt
war und schließlich zugestimmt hat.
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3. |
Die Verhandlungsführer für das Land Berlin und den Bezirk haben
ihre eigene Rechtsposition nicht ausreichend geprüft und sich von
der VIVICO erpressen lassen. Die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck hat
ein Rechtsgutachten erarbeiten lassen. Das Gutachten liegt dem Bezirk
seit Mitte Mai vor. Der Autor des Gutachtens, Prof. Schäfer von der
TU Berlin, kommt zu folgenden Ergebnissen:
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4. |
Kostenneutralität ist das Zauberwort, mit dem die Rahmenvereinbarung von den Verhandlungsführern als die einzig mögliche Lösung präsentiert wird. Die dieser Kostenneutralität zugrunde liegende Wirtschaftlichkeitsberechnung wird von uns angezweifelt. Die 3 ha an der Flottwellstraße kosten 40 €/m², wenn sie als Grünfläche, 1000 €/m², wenn sie als Bauflächen gesehen werden. Bei 3 ha macht der Unterschied 1,2 Mio. € zu 30 Mio. €. Dieser Wertzuwachs wird durch die politische Entscheidung für Bauflächen statt Grünflächen bewirkt. Eine Stadt, die pleite ist, macht hier Geschenke in Millionenhöhe und nennt das "Kostenneutralität".
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5. |
Auch wir sind angesichts der Haushaltslage für eine sparsame Lösung: 45 Mio. DM stehen für den Park zur Verfügung, bezahlt von den Investoren des Potsdamer Platz. Bisher ist geplant, von den 45 Mio. DM knapp 13 Mio. DM für den Erwerb von 16 ha Park und 9 Mio. für die Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal zur Grünfläche "Prachtgleis" zu verwenden. Der Rest von 23 Mio. DM soll für die Gestaltung des Parks verwendet werden. Unser Vorschlag: Verwendung weiterer Mittel aus diesem Topf für den Erwerb der zusätzlichen Flächen, z. B. für die Flächen an der Flottwellstraße. Die finanzielle Lücke bei der Gestaltung des Parks kann ausgeglichen werden durch Verbindung mit ABM- und Ausbildungsprojekten bei der Herstellung der Parkanlagen.
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6. |
Der vorliegende "städtebauliche Strukturplan", auf dem die Ergebnisse des Rahmenvertrag visualisiert werden, ist teilweise Blendwerk. Ein paar Beispiele:
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7. |
Eine Beschlußfassung der Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg mit der Zielrichtung, den jetzt erreichten Verhandlungsstand abzusegnen, hätte fatale Auswirkungen. Die eigenen, planerischen Zielvorstellungen der Kommune, festgelegt in zahlreichen Planwerken (FDP, Landschafts-Programm, Planwerk Innenstadt, B-Plan VI 140) würden aufgegeben. Das jahrelange Engagement von Bürgern, Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden für den Park und ihre Beteiligung an der Entwicklung der genannten Planwerke würde im Nachhinein entwertet. Die Forderungen der AG Gleisdreieck:
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