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10. Februar 2004
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Hallo Freunde des Gleisdreiecks, es gibt zwei Neuigkeiten, die die Situation des Gleisdreiecks grundsätzlich verändern könnten. Das Projekt Riesenrad und das Projekt "Welt-Zukunftspark" von B.A.U.M e. V. Das Riesenrad auf dem Gleisdreieck Das Projekt Riesenrad ist ja in den letzten Tagen durch die Presse gegangen. Die Basisinfos sind sicher bei Euch angekommen, bzw. im Pressespiegel auf www.berlin-gleisdreieck.de nachzulesen. Innerhalb der AG Gleisdreieck gibt es unterschiedliche Meinungen zum Projekt Riesenrad. Doch in der Ablehnung des Standorts auf dem Anhalter Güterbahnhof sind sich alle einig. Das Riesenrad an dieser Stelle bedeutet die völlige Zerstörung des "Anhalter Garten" von Ben Wagin zugunsten von Busparkplätzen. Es bedeutet den Abriß des westlichen Flügels der Ladestraße, der letzten originalen Bausubstanz aus der Anfangszeit der Anhalter Bahn. An die Stelle soll ein dreigeschossiges Parkhaus sowie das sog. "Abfluggebäude" treten. Die Betreiber des Riesenrad rechnen mit 3.800 Besucher täglich. Die daraus entstehenden Verkehrsprobleme sind ungelöst. Das Riesenrad an dieser Stelle wird die wichtigste und größte Freifläche des Parks, die südlich der Ladestraße und westlich des Wäldchen liegt, visuell dominieren. Der Idee des Parks als ein öffentlicher Raum, der für jeden zugänglich ist und - frei von Kommerz - einen angenehmen Aufenthalt mit Möglichkeiten zur Ruhe und Erholung bietet, wird damit in Frage gestellt. Es gibt andere denkbare Orte für das Riesenrad in Berlin (z.B. im Plänterwald, an der East Side Gallery oder am Lehrter Bahnhof. Auch im Bereich Gleisdreieck gibt es Alternativen: der Postbahnhof in der Mitte des Geländes und der Potsdamer Güterbahnhof entlang der Flottwellstraße. Für diese beiden Orte sprechen viele Argumente: bessere Parkverträglichkeit, bessere Organisation der Besucherströme, größere Entfernung des Projekts von Wohnbebauung. Nur der Grundstückspreis soll hier wesentlich höher sein. Denn der ausgehandelte, aber noch nicht unterschriebene Rahmenvertrag zwischen dem Grundstückseigentümer Vivico und dem Land Berlin sieht hier wesentlich dichtere Bebauung vor als im Bereich der Ladestraße. Die Riesenradinvestoren gehen den Weg des geringsten Widerstands nicht unbedingt zum Wohle des Parks. Wichtiger Termin für alle, die erleben wollen, wie Entscheidungen in Kreuzberg gefällt werden: Öffentliche Planungsausschusssitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg am Mittwoch, den 3. März 2004 um 17 Uhr im Rathaus Kreuzberg (wahrscheinlich BVV-Saal), Yorckstr. 4-11 (U-Bhf. Mehringdamm, Bus 119 und 140).
Welt-Zukunftspark Unter dem Titel "Welt-Zukunftspark" hat der Verein B.A.U.M. e.V. Interesse bekundet, in Kooperation mit Initiativen vor Ort den Gleisdreieck-Park zu bewirtschaften. Wer ist B.A.U.M.? Die Abkürzung ergibt ausgeschrieben: Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. Rund 500 Firmen unterschiedlichster Größe und aus den verschiedenen Branchen sind Mitglied. Gemeinsam habe Sie das Ziel, das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit in den Alltag der Wirtschaft einzubringen. Mit der Bewirtschaftung eines Parks will B.A.U.M. in der Hauptstadt Präsenz zeigen. Unter anderem ist für die Ladestraße ein "Markt der Völker" geplant. Für das Gleisdreieck ist das eine große Chance. Es gibt einen neuen Input von Ideen und von zusätzlichen finanziellen Mitteln. Das Konzept "Welt-Zukunftspark" ist sicher nur ein Anfang. B.A.U.M hat betont, daß sie das Projekt Gleisdreieck zusammen mit den Anwohnern entwickeln wollen. Im Dialog mit den verschiedenen Beteiligten, also Anwohnern, Bürgerinitiativen, Technikmuseum, Grundstückseigentümern kann daraus ein tragfähiges Modell werden. Im Sommer sollen in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung, B.A.U.M und Anwohnern Planungsworkshops stattfinden, in denen der zukünftige Park konkretisiert wird. Mehr über B.A.U.M. im Netz http://www.baumev.de/baumev/home/index.php das Konzept "Welt-Zukunftspark" im Netz http://www.welt-zukunftspark.de/ Spannend wird es werden, zu sehen, ob durch die beiden Projekte Riesenrad und Welt-Zukunftspark der ausgehandelte, aber noch nicht unterschriebene städtebauliche Rahmenvertrag in Frage gestellt wird. Wie schon in 2001, 2002 und 2003 könnte sich zeigen, daß die Inhalte des Vertrags (rund 20 ha neue Bauflächen) um so weniger mit der Realität zusammenpassen, je konkreter die Nutzungsideen werden. Es ist zu hoffen, daß sich daraus nicht eine weitere Verzögerung des Parks ergibt. Schließlich stehen ein Großteil der Flächen und das Geld für den Park schon seit 1998 zu Verfügung was hätte man alles schaffen können in diesen sechs Jahren ? Wir werden Euch auf dem Laufenden halten. Matthias Bauer |