Berliner Morgenpost, 02.12.2003

Bahn rückt von Konzernzentrale am Gleisdreieck ab

Die Deutsche Bahn AG will nach Informationen der Berliner Morgenpost ihre neue Konzernzentrale nicht mehr am Gleisdreieck bauen. Dieser Standort war neben weiteren im Gespräch und galt zunächst als aussichtsreich. Nach Angaben aus Bahnkreisen soll die Konzernzentrale vom jetzigen Standort Potsdamer Platz in den neuen Lehrter Bahnhof umziehen, weil die Bahn Schwierigkeiten hat, diesen zu vermieten. Offiziell schweigt die Deutsche Bahn zu den Überlegungen, auch, um ihre Vermietungsverhandlungen für den Hauptbahnhof nicht zu schwächen.

Inzwischen teilte die Senatsverkehrsverwaltung dem Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz, mit, dass die bisher auf Wunsch der Bahn ruhenden Rahmenverhandlungen über die Zukunft des Gleisdreiecks wieder aufgenommen würden. Grundstückseigentümer Vivico möchte das Gelände weiterhin komplett vermarkten.
gd



Berliner Zeitung, 28.11.2003

Neuer Park am Gleisdreieck geplant

Im Jahr 2005 sollen die Bauarbeiten für einen neuen Park am Gleisdreieck beginnen. Dies kündigte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) gestern an. Vorher müssen noch Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über Sanierung der Altlasten und Grundstücksübertragungen abgeschlossen sein. Dies ist für Februar 2004 geplant. (cri.) Autor: Christine Richter



Berliner Zeitung, 26.11.2003

Die ersten Gleise liegen schon

Bahn baut Nord-Süd-Route

Wo sich einst Sand erstreckte, liegen seit kurzem Gleise. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sind mitten in Berlin die ersten Schienen der neuen Nord-Süd-Verbindung verlegt worden. Die beiden Gleise reichen 2,2 Kilometer weit von der Papestraße zum Gleisdreieck - bis kurz vor den Tiergartentunnel, der unter dem Potsdamer Platz hindurch zum Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof führt. "Jetzt sind wir dabei, die Gleisverlegung im Tunnel vorzubereiten", sagte Hany Azer, Projektleiter bei der Deutschen Bahn (DB) Projektbau.

Lastwagen fahren in den Tunnel hinein, um Beton zu liefern. Ampeln sorgen dafür, dass es nicht zu Unfällen kommt. Ein spezieller Schall- und Erschütterungsschutz soll verhindern, dass im Sony Center die Gläser klirren, wenn ein Zug die Betonröhre durchfährt. Nächstes Jahr soll auch im Tiergartentunnel mit der Verlegung von vier Gleisen begonnen werden, sagte der Ingenieur. Die Schienen, die für die gesamte, neun Kilometer lange Nord-Süd-Verbindung benötigt werden, sind 135 Kilometer lang. 120 000 Betonschwellen werden gebraucht, 250 Signale aufgestellt. Im Mai 2006 soll der erste Zug mit Fahrgästen die Strecke befahren. (pn.) Autor: Peter Neumann


Der Tagesspiegel, 06.11.2003

Ente ohne Trüffel

Hans-Peter Wodarz verlängert „Pomp Duck“ bis Ende 2004

Er hat sich durch die Konkurrenz die Laune nicht verderben lassen. „Ich bin ja fast schon Berliner“, sagte Hans-Peter Wodarz am Dienstag anlässlich einer Pressevorführung. Wichtigstes Zeichen: „Pomp Duck and Circumstance“ ist bis zum 31.Dezember 2004 verlängert worden, vorerst, wie der Chef betont. Denn er spielt inzwischen mit dem Gedanken, sogar die Fußball-WM 2006 in der Stadt zu begleiten. Angesichts dieser langfristigen Pläne ist ein kleiner Rückschlag zu verkraften: Die „Weiße Trüffelnacht“, die am kommenden Sonntag im Zelt am Gleisdreieck stattfinden sollte, ist geplatzt. Die italienischen Veranstalter haben die Versteigerungs-Gala zugunsten der Unesco, die parallel in Los Angeles, in Berlin und auf der MS Europa vor den Kanarischen Inseln stattfinden sollte, ohne Angabe von Gründen abgesagt. Der Münchener Küchenchef Mario Gamba, der das FünfGang-Menü kochen wollte, sitzt nun auf sechs Kilo weißen Trüffeln für 30000 Euro.

So oder so entwickelt sich die Show, die seit 100 Tagen unter dem Motto „Restaurant out of control“ steht, langsam weiter. Regisseur David Shiner sagte, er wolle noch mehr Musicalelemente einbringen und beispielsweise eine Ratte auftreten lassen, die an der Bühne auftauche und schöne Lieder singe.

Doch auch artistische Neuigkeiten gibt es von Zeit zu Zeit. Seit einigen Wochen ist der 12-jährige Tscheche Alan Sulc neu im Programm, ein Nachwuchs-Rastelli, der mit rasendem Tempo neun Gummibälle gleichzeitig in der Luft hält und auf der nächsten Zirkus-Olympiade in Monte Carlo auftreten wird. Allmählich etabliert sind auch die beiden Programme, mit denen Wodarz die beiden Ruhetage der Show, Montag und Dienstag, überbrückt. Am Montag bieten „Evi und das Tier“ musikalisches Entertainment mit einem Hauch von Persiflage, und am Dienstag zeigt Chin Meyer alias Siegmund von Treiber, Nervensäge der Pomp-Duck-Show, sein kabarettistisches Steuerfahnder-Solo unter dem Titel „Keine Schonkost“.

Schließlich wird im Zelt einer gefunden, der bisher noch nie gesucht worden war: der „deutsche Suppenstar“. Das Finale des Hobbykochwettbewerbs, der im März in Thüringen begonnen hatte und in den deutschen „Zipfeln“ Görlitz, Oberstdorf, List/Sylt und Selfkant bei Aachen fortgesetzt wurde, findet statt am Mittwoch, dem 19.November. Vermutlich. Und dann plant die Ente noch Nachwuchs: eine Show namens „Crazy Duck“ im neuen „Goya“ am Nollendorfplatz, zu sehen vermutlich ab November 2004. Bernd Matthies