Gemeindebrief der Jesus-Christus-Gmeinde, Dezember 2005

Auf geht’s!

Die Planung des Parks begann mit Bürgerbefragungen.
Mit der Unterzeichnung des Rahmenvertrags von Vivico und Senat am 28. Sept. 05 begann die Uhr für die Übergabe und die Umgestaltung der Güterbahnhöfe des Potsdamer- und Anhalter Bahnhofs für den Gleisdreieckpark zu ticken. Die Bürgerbeteiligung begann bereits mit zwei schriftlichen Fragebogenaktionen (davon eine repräsentativ) und wurde mit Spaziergängen und anschließenden Diskussionen in Workshops im ehem. Postbahnhof sowie im Internet fortgesetzt. Dabei konnten Anwohner und Bürger aus andern Bezirken ihre Vorschläge zur Gestaltung der Parklandschaft mündlich oder auch schriftlich einbringen.

Was ist mit dem Wettbewerb?

Ab Mitte Dezember wird der Ideenwettbewerb für die Landschaftsgestaltung durch die Senatsverwaltung ausgeschrieben. Daran werden sich Landschaftsplanungsbüros beteiligen können. Die 10 interessantesten Entwürfe werden dann etwa Ostern 2006 in der zweiten Stufe des Wettbewerbs für die Realisierung noch einmal überarbeitet – begleitet durch Diskussionen mit den Bürgern, so dass im Sommer nächsten Jahres die Sieger des Wettbewerbs gekürt werden sollen. Danach werden die Arbeiten für die Umgestaltung durch Firmen ausgeschrieben. Anschließend werden auf dem Gelände für den Park neue Wege gebaut, Rasenflächen angelegt, zusätzliche Bäume gepflanzt und Parkbänke, Papierkörbe und Laternen aufgestellt.

Bürger mit ihren Ideen sind gefragt!

Sie sollten sich überall zu Wort melden und äußern, damit die Gestaltung auch nach Ihren Wünschen erfolgen kann. Gleichzeitig sollten Sie sich durch Spaziergänge auf dem Gelände über die heute schon vorhandenen Qualitäten informieren und dabei entdecken, was die Natur bereits zu bieten hat. Machen Sie sich dabei bewusst, was Ihnen gut tut, wobei Sie sich vom Alltag und vom Großstadtstress erholen können und was Sie unbedingt erhalten wissen wollen. Engagieren Sie sich bei den Bürgerbeteiligungsverfahren, schreiben Sie Leserbriefe an Presse, Radio und Fernsehredaktionen oder im Internet (www.gleisdreieck-dialog.de) und sprechen Sie mit Ihren Nachbarn und Kaufleuten im Kiez über die Neugestaltung des Parks, die Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten und Aktivitäten auf dem Gelände und genießen Sie die Ruhe, die Natur, die Sonnenauf- und -untergangsstimmungen die weiten Räume mit dem Fernblick, die Abwesenheit von Autos und Steinfassaden. Gleichfalls interessierte Nachbarn mit und ohne Kinder sollten sich auf dem Gelände verabreden und mitgestalten. Es gibt viel zu diskutieren, zu tun und zu verabreden!

Die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck

Die AG Gleisdreieck fordert alle Bürger auf, sich aktiv einzumi-schen und zu engagieren durch Spenden und Mitarbeit in der AG Gleisdreieck sowie in Diskussionen über Bürgerbeteiligung und Gestaltung Nutzungsvorschläge für das Gelände zu machen. Die AG trifft sich jeweils am 1., 3. und 5. Mittwoch im Monat um 19 Uhr in den Räumen der Jesus-Christus-Kirchengemeinde in der Wartenburgstr. 7. Auch die Parkgenossenschaft braucht weitere Mitglieder, die sich vielfältig für den Park engagieren (Bernd Gosch Tel. 21 75 24 20) Norbert Rheinlaender (Kontakt Tel. 788 33 96)

 

Berliner Morgenpost, 30. 10. 05

Auf Erkundungstour am Gleisdreieck

Von Steffen Pletl

Erkundungstour über eine der letzten großen Brachen im Herzen Berlins. Unüberhörbar rattern die Räder der U-Bahn hoch über den Köpfen der Besucher des Gleisdreiecks. Neugierig werfen sie einen Blick in die zum Teil eingestürzten ehemaligen Gewölbeschuppen der Reichsbahn. An anderer Stelle bietet sich der Blick auf die Skyline des Potsdamer Platzes. Zwischen den Besuchern der Brache und den Hochhäusern breitet sich ein kurzgeschorener Rasen aus. "Das paßt zusammen, dort Betonklötze und hier ein Golfplatz, der könnte in den künftigen Park integriert werden", sagt Student Roman Pollak. Nur einen Steinwurf entfernt, wo die neue Bahntrasse für die Nord-Süd-Anbindung an den Lehrter Bahnhof in einen Tunnel führt, ist ein kleines Wäldchen gewachsen. Denn mehr als 40 Jahre lag das Areal des einstigen Potsdamer und Anhalter Güterbahnhofs brach. Doch nun soll auf einem Teil des Geländes zwischen Kreuzberg und Schöneberg ein mehr als 20 Hektar großer innerstädtischer Landschaftspark entstehen. "Hauptsache, der wird nicht so kalt wie der neue Park am Spreebogen im Regierungsviertel", sagt Anwohner Johannes Hempel. Und damit dies nicht geschieht, möchte er seine Ideen in die Gestaltung des neuen Stadtparks einbringen. "Ein Teil des Areals sollte so urwüchsig bleiben und als eine Art Archiv botanischen Wildwuchses inmitten der Stadt dienen", sagt er. Andere Vorschläge beziehen sich auf die Wegegestaltung. Und das auf dem Gelände des künftigen Landschaftsparks stehende einstige Stellwerkhaus könnte zum Parkcafé umgebaut werden. "Alle Vorschläge der Anwohner, die wir während der Rundgänge von den Teilnehmern erhalten, werden an die Landschaftsarchitekten weitergereicht", sagt Thies Schröder. Er führt die Besucher im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über das Areal und sammelt die Vorschläge während der anschließenden Workshops. Insgesamt 25 Million Euro stehen dem Land für die Gestaltung des Park zur Verfügung. Weitere Führungen: heute, 10-14 Uhr im Stundentakt, und am kommenden Wochenende. Treffpunkt: U-Bahnhof Gleisdreieck, Ausgang Luckenwalder Straße.

 

Tagesspiegel, 29.10.2005

Ein Park nach Wunsch

Das Gleisdreieck ist eine Brache in bester Lage. Nun sollen Berliner sagen, was daraus werden soll

Vom Technikmuseum her glänzt die schwarze Kuppe des Wasserturms in der Sonne wie eine Pickelhaube. Im Norden sind die Hochhäuser des Potsdamer Platzes zum Greifen nahe. Oben quietscht die U2 über ihr stählernes Viadukt, ein Stück weiter hinten rumpelt die U1. Nebenan arbeiten Bauleute an dem Tunnelmund, der ab Mai 2006 fast im Minutentakt Züge auf der Nord-Süd-Trasse schlucken und ausspucken wird. Und ringsherum harrt die so genannte Spontanvegetation der Dinge – und das seit Jahrzehnten. So lange schon liegt das Gelände am Gleisdreieck brach, nachdem Potsdamer und Anhalter Güterbahnhof sowie zuletzt der Postbahnhof stillgelegt wurden. Jetzt soll die letzte große Brachfläche in der Mitte der Stadt zu neuem Leben erweckt werden – und alle sind eingeladen, sich zu beteiligen. Unter Regie der Stadtentwicklungsverwaltung können Interessierte an diesem und dem kommenden Wochenende Spaziergänge über das 32 Hektar große Gelände zwischen Landwehrkanal und Yorckbrücken unternehmen und anschließend bei einem Workshop erzählen, was ihnen vorschwebt. Nur ein paar Vorgaben existieren: Das Gelände muss ein Park werden, der quer und längs von Geh- und Radwegen durchzogen wird. Außerdem gibt es eine Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal zum Tilla-Durieux-Park – und damit fast zum Potsdamer Platz. Zubetoniert werden darf die Fläche nicht, weil sie als gesetzlich vorgeschriebener Ausgleich für die Bauten am Potsdamer Platz dient. Die dortigen Anlieger haben 24 Millionen Euro auf ein Sonderkonto überwiesen, das auch in Zeiten größter Haushaltsnot nicht zum Stopfen anderer Löcher verwendet werden darf. Und klar ist auch, dass hier kein Hochwald wachsen wird, weil Bahntunnel den Boden durchziehen: Im Osten die U7, im Westen S1 und S2 und mittendrin die neue Fernbahn. Die Vorschläge der Berliner sollen in die Vorgaben für den Wettbewerb der Landschaftsplaner eingehen, der noch in diesem Jahr beginnt. Im Frühjahr sollen die attraktivsten Entwürfe präsentiert und diskutiert werden. Gebaut wird nach dem Willen des Senats ab 2007 – erst im östlichen, später im westlichen Teil des Geländes. Bis dahin kann auch der Golfplatz am Schöneberger Ufer bleiben. Online kann schon seit der vergangenen Woche debattiert werden. In der Rubrik „Das Gleisdreieck ist für mich…“ finden sich Gedanken wie „…ein Ort, wo der Blick auch mal in die Ferne schweifen kann“, oder: „…ein Dschungel mitten in der Großstadt, der hoffentlich nicht niedergetrampelt wird“. „Nichts für Hunde“, schreibt ein anderer. Und ein weiterer: „ …der Auslaufplatz für meinen Hund Emil“. Es werden also eine Menge Wünsche sein, die die Planer unter einen Hut bringen müssen. Stefan Jacobs Führungen und Workshops an diesem und dem nächsten Wochenende stündlich von 10 bis 14 Uhr ab Bahnhof Gleisdreieck, Ausgang Luckenwalder Straße. Am Sonntag (30.10.) um 11 Uhr nimmt Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer teil. Infos und Diskussion online: www.gleisdreieck-dialog.de

 

Tagesspiegel, 28.10.2005

Alle dürfen Park am Gleisdreieck mitgestalten

So kennt man Berlin gar nicht: 32 Hektar freie Fläche, 24 Millionen Euro auf dem Konto – und eine herzliche Einladung an alle Bürger, das Beste daraus zu machen. Dieses Novum wird ab dem kommenden Wochenende am Gleisdreieck erprobt: Auf Rundgängen mit anschließender Diskussion sollen die Anrainer Ideen für einen Park auf dem seit Jahrzehnten brach liegenden Gelände entwickeln. Der von Bahntrassen zerschnittene Park muss als Ausgleichsmaßnahme von den Anliegern des nahen Potsdamer Platzes finanziert werden. Das Geld liegt auf einem Sonderkonto. Die Vorschläge der Bürger sollen in die Auslobung eines Wettbewerbes eingehen, den die Stadtentwicklungsverwaltung noch vor Weihnachten ausschreiben will. Im Frühjahr sollen die zehn überzeugendsten Entwürfe erneut den Bürgern präsentiert werden, bevor ein Sieger gekürt wird. Gebaut wird voraussichtlich ab 2007. obs Rundgänge und Workshop: Sa. und So. stündlich von 10-14 Uhr ab Bahnhof Gleisdreieck, Ausgang Luckenwalder Straße. Infos online: www.gleisdreieck-dialog.de.

 

Tagesspiegel, 29.09.2005

Es darf gepflanzt werden

Geplanter großer Park am Gleisdreieck seit Mittwoch vertraglich gesichert

Noch wirkt das weite Areal zwischen Möckern-, Yorck- und Flottwellstraße mit seinem wilden Wäldchen, den alten Gleisen, den Holperpfaden aus Kopfsteinpflaster und Bahngebäuden verwunschen. Wie entrückt von der Stadt und dem nahen Potsdamer Platz. Schon ab Herbst 2006 könnte hier der erste Teil eines 30 Hektar großen öffentlichen Parks entstehen. Der größten Parkanlage, die seit der Einheit in Berlin errichtet wird und – mit Bauten am Rand und in der Mitte ergänzt– eine grüne Verbindung zwischen Schöneberg und Kreuzberg schafft. Das gesamte Gelände könnte in etwa zehn Jahren fertig sein.
Bis zum Jahresende soll ein landschaftsplanerischer Wettbewerb beginnen, kündigte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) am Mittwoch an. Im Frühjahr sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Die Senatorin will, dass „so viel wie möglich“ von dem vorhandenen Grün – etwa das wild gewachsene Wäldchen – erhalten bleibt. Naturschutz und Freizeitgestaltung könnten miteinander verbunden werden, die neue Grünfläche für die Bewohner in einem hochverdichteten Gebiet zu einem „Volkspark“ werden. Es ist eine Bürgerbeteiligung geplant, voraussichtlich am letzten Oktober-Wochenende soll es „zum Kennenlernen“ öffentliche Führungen über das Gelände geben. Die Senatorin unterzeichnete mit Baustadtrat Franz Schulz (Grüne) von Friedrichshain-Kreuzberg und York von Pannwitz von der Immobiliengesellschaft Vivico, die ehemalige Bahnanlagen entwickelt, einen „Rahmenvertrag zur städtebaulichen Neuordnung des Gleisdreiecks“. Er gilt als Startschuss für das Projekt. Die Vertragspartner sprachen von einem „sinnvollen Kompromiss zwischen wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Zielen“. Denn die Vivico darf nur Wohnungen und Gewerberäume bauen, etwa an der Flottwellstraße, weil sie dem Senat und dem Bezirk den Park garantiert und außerdem dem Technikmuseum Flächen für die Erweiterung zur Verfügung stellt. Ursprünglich hatten Bezirk und Bürgerinitiative Gleisdreieck neue Bauten an der Grünfläche abgelehnt. Für den Park stehen 24 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld kommt von den Investoren des Potsdamer und Leipziger Platzes. Sie haben es aufgrund städtebaulicher Verträge für Ersatz-Grün in der näheren Umgebung zur Verfügung gestellt und bei der Stiftung Naturschutz eingezahlt.

Mit dem Park setze der Senat seine Politik der Wiederbelebung von aufgegebenen Bahnflächen fort, sagte Ingeborg Junge-Reyer. Baustadtrat Franz Schulz betonte, mit dem Vertrag werde ein fast 20-jähriges Engagement und Durchhaltevermögen von Bürgern für einen großen Park belohnt. Vivico-Niederlassungsleiter von Pannwitz erinnerte daran, dass der ehemaligen Potsdamer und Anhalter Güterbahnhof bis zur Wende „Ost-Gebiet“ waren, Vermögen der Reichsbahn. Nun könne das Gelände behutsam entwickelt werden. Er sprach von „Evolution statt Revolution“. Christian van Lessen

 

Berliner Morgenpost, 29. 09. 05

25 Millionen Euro für Volkspark am Gleisdreieck

Nahe dem Potsdamer Platz entsteht ein 30 Hektar großer Volkspark. "Zirka 25 Millionen Euro stehen für die Gestaltung der Grünfläche auf dem Areal des Gleisdreieck bereit", sagt Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Das Geld, das Investoren für die Bebauung des Potsdamer Platzes als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme zahlten, wird derzeit von der Stiftung Naturschutz verwaltet.
Mit der Unterzeichnung des Rahmenvertrages zwischen dem Land Berlin und dem bisherigen Eigentümer, der Immobilienfirma Real Estate GmbH, ist jetzt der Weg frei für die Gestaltung des Areals unter Einbeziehung der Anwohner.
plet

 

taz, 29. 09. 05

Gleisdreieck wird Gründreieck

Der Park auf dem Gleisdreieck kann gebaut werden. Allerdings macht die Stadt dafür Zugeständnisse an den Eigentümer. Bürgerinitiative fordert mehr Grünflächen Was wurden nicht alles für Pläne geschmiedet, um die Brachfläche am Gleisdreieick aufzuhübschen: die Bundesgartenschau sollte dorthin, dann ein Erholungspark mit Riesenrad oder ein Golfplatz. Alle Pläne scheiterten - doch der Park Gleisdreieck kann nun gebaut werden. Darauf einigten sich der Senat, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Grundstückseigentümerin Deutsche Bahn, vertreten durch die Verwaltungsgesellschaft Vivico. Gestern unterzeichneten Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), der Baustadtrat des Bezirks, Franz Schulz (Grüne), und der Berliner Leiter der Vivico, York von Pannwitz, den Rahmenvertrag. Die 60 Hektar große Fläche auf dem Areal des einstigen Potsdamer und Anhalter Bahnhofs soll zur Hälfte als Wohn- und Gewerbegebiet genutzt werden, zur anderen Hälfte als Parkanlage. "Es ist ein Kompromiss", sagte Schulz angesichts der Forderung nach mehr Grün. Aufgrund leerer Kassen habe man der Vivico im Vergleich zu früheren Plänen mehr Bauflächen zugestehen müssen. Norbert Rheinlaender von der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieick sieht dies anders: "Berlin hat sich von der Vivico über den Tisch ziehen lassen." Dennoch freut er sich über den Vertragsabschluss, denn etliche Projekte seiner Bürgerinitiative, wie interkulturelle Gärten, Solarcafé, Kräutergärten, säßen schon in den Startlöchern. Der erste Spatenstich soll im Herbst 2006 erfolgen. Alexandra Müller

 

Berliner Zeitung, 29. 09. 05

Gleisdreieck wird zum Park

Vertrag unterzeichnet

KREUZBERG. Für die Gestaltung des 62 Hektar großen Gleisdreiecks haben sich das Immobilienunternehmen Vivico, der Senat und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg auf ein gemeinsames Konzept geeinigt. Ein seit Jahren diskutierter Rahmenvertrag wurde jetzt unterzeichnet.

Danach wird auf dem jahrzehntelang unzugänglichen ehemaligen Bahngelände ein rund 30 Hektar großer Park angelegt. Doppelt so groß wie ursprünglich geplant. Wie Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern sagte, stehen für den Ankauf der Flächen, den Bau einer Brücke und die Parkgestaltung 24 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe haben Investoren als Ausgleich für die Bebauung am Potsdamer Platz bereits gezahlt. Für die Vivico wurden im Rahmenvertrag fünf Bauflächen ausgewiesen, deren Entwicklung 10 bis 15 Jahre dauern soll. Für die Gestaltung des Parks, der Ende 2006 fertig sein soll, lobt das Land jetzt einen Wettbewerb
aus. (ua.)

 

Pressemitteilung von Senat und VIVICO, 28.09.05

Park auf dem Gleisdreieck kann gebaut werden

Gemeinsame Presseerklärung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg und der Vivico Real Estate GmbH

Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Dr. Franz Schulz und der Leiter der Vivico Niederlassung Berlin, York von Pannwitz unterzeichneten heute im Rahmen einer Pressekonferenz den Rahmenvertrag zur städtebaulichen Neuordnung des Gleisdreiecks. Damit kann die Parkanlage auf dem Areal des ehemaligen Potsdamer und Anhalter Güterbahnhofs gebaut werden.

Die Vertragspartner - die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und die Vivico Real Estate GmbH sowie die Liegenschaftsfonds Berlin GmbH & Co KG - verstehen den Vertrag als einen sinnvollen Kompromiss wirtschaftlicher und stadtentwicklungs- politischer Zielvorstellungen und Erfordernisse.

Der Rahmenvertrag regelt die zeitlichen Abläufe zur Schaffung des Planungsrechtes und den Besitzübergang der für das Land Berlin vorgesehenen Grundstücke. Im Zuge der weiteren Entwicklung des Gleisdreiecks wird dieser Vertrag nun sukzessive durch städtebauliche, Kauf- sowie Durchführungs- und Erschließungsverträge in Verbindung mit Einzelbebauungsplänen ergänzt. Ziele der getroffenen Vereinbarung sind: den öffentlichen Park zu realisieren, dem Deutschen Technikmuseum Erweiterungsflächen zur Verfügung zu stellen sowie Flächen für Wohn- und Gewerbenutzung zu entwickeln. Senat und Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses haben den Rahmenvertrag bereits zur Kenntnis genommen.

Über 30 ha stehen für eine Freiraumentwicklung auf dem Gleisdreieck nunmehr zur Verfügung. „Das Gleisdreieck verspricht mit dem großen öffentlichen Park und den geplanten Nutzungen ein lebendiger Stadtraum als Verbindung zwischen Kreuzberg, Schöneberg und Tiergarten zu werden. Dies wird ein Park für die Bewohner der angrenzenden Kieze und mit einer Anziehungskraft weit über die Bezirksgrenzen hinaus. Der Bau des Parks auf dem Gleisdreieck wird die bedeutendste Maßnahme der Landschaftsarchitektur in der Innenstadt Berlins nach dem Wiederaufbau im ehemaligen West- und Ost-Berlin während der 50er und 60er Jahre sein“, betonte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer.

Baustadtrat Franz Schulz: “ Mit dem Abschluss des Rahmenvertrags wird auch ein beinahe zwanzigjähriges Engagement und Durchhaltevermögen von Bürgern für einen großen Park auf dem Gleisdreieck belohnt“.

„Gemessen an der über 150jährigen Planungsgeschichte für das Gelände erscheint die letzte Entwicklungszeit wie ein Wimpernschlag. Gemeinsam mit dem Land Berlin ist es uns gelungen, ein ganzheitliches übergeordnetes Konzept für das Gleisdreieck zu entwickeln. Nun wird die Vivico mit wirtschaftlichem und städtebaulichem Augenmaß die weitere Entwicklung der Baufelder vorantreiben“, so York von Pannwitz, Niederlassungsleiter der Vivico Berlin.

Mit dem Bau des Parks auf dem Gleisdreieck setzt der Senat von Berlin seine Politik der Transformation und Wiederbelebung aufgegebener Eisenbahnflächen fort. Ehemals dem öffentlichen Leben entzogene Areale sollen für die Bürgerinnen und Bürger Berlins wieder nutzbar gemacht werden. Mit den Verträgen werden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen aus den Bau- und Investitionsprojekten am Potsdamer und Leipziger Platz verwirklicht. Auf der Grundlage städtebaulicher Verträge haben die dortigen Investoren ca. 24 Mio. € bei der Stiftung Naturschutz eingezahlt. Dieses Geld wird für den Grunderwerb, die Planung und die Herstellung der wesentlichen Teile des Parks auf dem Gleisdreieck verwendet.

Zur Entwicklung des Konzeptes für die Gestaltung des zukünftigen Parks wird ein offener zweistufiger landschaftsplanerischer Wettbewerb durchgeführt. Sowohl vor der Festlegung der Aufgabenstellung wie auch zwischen den beiden Wettbewerbsstufen findet eine intensive Bürgerbeteiligung statt. Zunächst soll im Oktober das Areal allen Bürgerinnen und Bürgern durch geführte Spaziergänge zugänglich gemacht werden. In anschließenden Ideenwerkstätten werden Anregungen für die Aufgabenstellung des Wettbewerbs gesammelt. Welches Konzept für die Parkanlage realisiert wird, steht nach Entscheidung des Preisgerichts und nochmaliger Bürgerbeteiligung im Sommer 2006 fest. Ein erster Spatenstich soll schon im Herbst 2006 auf dem ehemaligen Anhalter Güterbahnhof erfolgen, ab 2007 wird der gesamte Park in großen Bauabschnitten zügig fertiggestellt.

 

Berliner Morgenpost, 28. 09. 05

Kleingärtner bangen um ihre Parzellen am Gleisdreieck

Kreuzberg

Die Zukunft der Schrebergärten auf dem Areal des einstigen Potsdamer Güterbahnhofs an der Flottwellstraße ist ungewiß. "Mal wird uns gesagt, wir werden gekündigt, dann heißt es wieder, es gibt noch keine konkreten Pläne zur Umgestaltung des Geländes", sagt Siegfried Hölzel, Vorsitzender der Kleingartenanlage. Nun befürchtet er, daß mit der Unterzeichnung eines städtebaulichen Rahmenvertrages zum Gleisdreieck zwischen dem Immobilien-Unternehmen Vivico und dem Land Berlin auch die 80 Parzellen und das Vereinshaus in den kommenden Jahren abgerissen werden. Der Vertrag wird heute der Öffentlichkeit vorgestellt. "Mit dem Vertrag bekommt das Land Berlin die Chance, einen öffentlichen Wettbewerb zur Gestaltung des Areals zu diskutieren", sagt Baustadtrat Franz Schulz (Grüne). "Es müssen auch Varianten geprüft werden, die einen Erhalt der Kleingärten ermöglichen", sagt Schulz. Die endgültige Entscheidung werde erst nach Abschluß des Planfeststellungsverfahrens, bei dem die Kleingärtner ihre Belange einbringen können, fallen.
Geplant ist auf dem Gelände neben einem großen Grünzug, der sich von den Yorckbrücken bis zur Köthener Brücke ziehen soll, auch der Neubau von Sportanlagen. Sie sollen, möglicherweise auf dem Kleingartengelände, in fünf bis zehn Jahren gebaut werden.
plet

 

Berliner Morgenpost, 25. 09. 05

Gleisdreieck wird zum Grünzug

Kreuzberg: Ein städtebaulicher Vertrag soll die Zukunft des 42 Hektar großen Areals als Park offiziell sichern

Von Steffen Pletl

Ein eisernes Relikt, ein wild wucherndes Biotop, ein technisches Denkmal - das alles ist das 42 Hektar großes Areal, gelegen zwischen den Yorckbrücken auf der einen Seite sowie der Köthener Straße und Schöneberger Brücke auf der anderen. Doch die Zeit des Dornröschenschlafes scheint vorbei. "Voraussichtlich noch in diesem Monat wird zwischen der Vivico und dem Land Berlin ein städtebaulicher Vertrag unterzeichnet", sagt Franz Schulz (Grüne) Baustadtrat. Damit gibt es grünes Licht für die seit geraumer Zeit auch von Anwohnern geforderte Gestaltung des Areals. Ein Glücksfall für den Bezirk, denn die grün wuchernde Oase darf dann ganz offiziell für die Berliner erschlossen werden. Und nicht zuletzt hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, daß das Areal zugebaut wird. Unter anderem mit einem mehr als 200 Meter hohen Riesenrad. Doch diese Pläne sind vom Tisch. "Wir planen Grünflächen und Parkanlagen sowie ein Areal, auf dem eine Reihe von Sportplätzen entstehen sollen", sagt Schulz. Dafür werde es öffentlich zu diskutierende Pläne geben. Das Areal ist in mehrere Teilbereiche aufgeteilt. Danach wird die Vivico auf mindestens vier Flächen bauen. "Noch gibt es keine konkreten Baupläne", sagt Jörg Pannwitz von der Vivico. Doch die mit dem Senat getroffene Vereinbarung gestattet dort Wohnungs- und Gewerbebau. Zudem bekommt das Deutsche Technikmuseum eine Fläche, um dort den seit Jahren geplanten Erweiterungsbau zu realisieren. "Alle übrigen Grundstücke stehen für die Gestaltung eines Grünzuges zur Verfügung", sagt Schulz. Doch die Euphorie des Baustadtrates wird nicht von allen Anwohnern geteilt. "Nach den Plänen des Bezirkes soll unsere Kleingartenanlage für Sportplätze weichen", sagt Siegfried Hölzel, Chef der Kleingartenanlage. Mehr als 80 Parzellen bewirtschaften die Hobbygärtner seit mehr als 50 Jahren auf dem Areal. "Die Chance, Sportflächen auf dem Areal zu bauen, gibt es auch an anderer Stelle", sagt er. Zudem sei dies wahrscheinlich die einzige Kleingartenanlage Berlins, die aus luftiger Höhe von der U-Bahn aus einzusehen ist. Das riesige Areal, auf dem einst Eisenbahnzüge zum Anhalter und Potsdamer Personen- und Güterbahnhof rollten, bietet derzeit aber auch Golfern auf einer Fläche an der Flottwellstraße und Beach-Volleyballern an den Yorckbrücken Spielmöglichkeiten. "Dies sind Flächen, die künftig bebaut werden sollen", sagt Pannwitz. Doch derzeit gebe es keine ausgereiften Projekte, so daß eine Zwischennutzung im kommenden Jahr möglich sei. Noch unklar ist die Zukunft der denkmalgeschützten Yorckbrücken. Auf ihnen liegen noch immer 28 Gleise, über die allerdings seit Jahren kein Zug gerollt ist. "Doch die Yorckbrücken müssen erhalten bleiben", sagt Manuela Damianakis, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

 

Der Tagesspiegel, 22.09.2005

BERLINER Chronik

22. September 1980 Vor 25 Jahren berichteten wir über die Schließung von Güterbahnhöfen Nicht nur unter den Mitarbeitern der „Reichsbahn“ herrscht zur Zeit Unruhe wegen des Geschäftsgebarens ihres Arbeitgebers, auch die vom Gütertransport auf der Schiene abhängigen Unternehmen in West-Berlin haben derzeit Anlaß zur Besorgnis. Die bereits seit längerem angekündigte Schließung von Güterbahnhöfen hat sich jetzt auf ein Datum konzentriert: Bereits zum 1. November sollen acht West-Berliner Güterbahnhöfe ganz, vier weitere teilweise geschlossen werden. Es handelt sich dabei um diese Anlagen: Eberswalder Straße (Wedding), Halensee, Lübars, Potsdamer Güterbahnhof (Kreuzberg, Gleisdreieck), Spreeufer (Moabit), Wittenau, Zehlendorf und Hermsdorf.

 

Der Tagesspiegel, 19.09.2005

Der zögernde Mäzen

Um das Riesenrad zu verhindern, braucht das Technikmuseum Geld. Doch sein Spender erbat Aufschub

Von Klaus Kurpjuweit

Im Deutschen Technikmuseum am Gleisdreieck geht das Zittern weiter. Im ersten Anlauf hat Museumschef Dirk Böndel den Versuch verhindert, am Museumsgelände ein Riesenrad aufzubauen. Doch nun gerät die Abwehrstrategie ins Wanken. Um das Riesenrad zu stoppen, will das Museum das für den Bau vorgesehene Gelände kaufen – mit dem Geld eines Mäzens. Das Geld, immerhin 5,5 Millionen Euro, sollte im Sommer eintreffen. Doch jetzt hat der Spender hat um Aufschub gebeten – und das Bangen geht weiter. Der englische Unternehmer Glenn Lacey, dessen Identität weder das Museum noch die Senatskulturverwaltung bisher offiziell bestätigt haben, strukturiere derzeit seine Firma um, wozu er auch Geld brauche, sagte der Sprecher der Kulturverwaltung, Torsten Wöhlert. Lacey hat unter anderem ein elektronisches Prüfsystem für Kabel in Flugzeugen entwickelt. Beim Zahlungstermin sei man flexibel, so Wöhlert. „Bis zum Jahresende brauchen wir uns keine Sorgen zu machen“, gibt er sich überzeugt. Auch die Sprecherin des Museums, Ulrike Andres, verbreitet nach außen Optimismus: Der Mäzen werde zu seiner Zusage stehen, sagte sie. Außerdem sei auch der Rahmenvertrag für das Gesamtgelände am Gleisdreieck noch nicht unterzeichnet. Intern nehmen aber die Sorgen im Museum zu. Schon lange hatte „ein Mäzen“ nach Angaben von Böndel dem Museum testamentarisch insgesamt zehn Millionen Pfund (rund 14,5 Millionen Euro) vermacht. Wenn dieses Geld aus England nicht kommen sollte, könnte das Technikmuseum das Riesenrad nicht aus eigener Kraft verhindern – falls es für dessen Bau wirklich potente Geldgeber geben sollte. Einen festen Finanzierungsplan gibt es auch für den Riesenrad-Bau bisher nicht. Museumschef Böndel befürchtet, dass das Konzept des Hauses zu einem Rummel verkomme, wenn sich neben dem Gelände ein Riesenrad drehen sollte. Ähnlicher Ansicht war Glenn Lacey, dessen Herz schon lange für das Berliner Museum schlägt. Dem Flugzeugliebhaber hat es besonders die Luftfahrtsammlung des Technikmuseums angetan, die im Frühjahr eröffnet hat. Selbst zu dieser Feier war Lacey aber nicht erschienen. Der Unternehmer hat keine Kinder. Seine Frau spende meist für Tiere, heißt es im Museum. Lacey selbst sammelt alte Flugzeuge und steuert sie auch selbst. Sogar einen eigenen Flughafen besitzt er. Den Kontakt zum Berliner Museum hat der Leiter von dessen Luftfahrtabteilung, Holger Steinle, hergestellt, der seit Jahren auf der Suche nach verschollenen Maschinen durch die Welt reist. Als der Mäzen von den Riesenrad-Plänen hörte, bot er an, sofort einen Teil der zugesagten Spende herauszurücken, um das Grundstück kaufen zu können, das das Museum benötigt, um seine Anlagen wie geplant erweitern zu können. Dann gäbe es dort auch keinen Platz mehr für das aus Museumssicht ungeliebte Riesenrad. Doch auch damals zögerte Lacey mit der Unterschrift unter dem Vertrag mit der Senatskulturverwaltung, die formell als Käufer des Grundstücks auftreten muss. Erst mussten noch erhebliche Bedenken des Mäzens ausgeräumt werden. Lacey wollte nämlich sicher sein, dass der Senat das Geld nur für den Grundstückskauf verwendet. Denn auch in England hat sich die prekäre Finanzsituation Berlins herumgesprochen, die den Senat immer wieder verleitet, mit umgeschichtetem Geld Haushaltslöcher zu stopfen. Erst Anfang April war der Vertrag dann unterzeichnet worden.

taz Berlin; 27.8.2005

Am Gleisdreieck ist Einkorn-Ernte

Gartenguerilleros haben auf ehemaligem Bahngelände alte Getreidesorten angepflanzt. Nur eine symbolische Aktion - aber sie macht Verbindungen von Natur und städtischer Bevölkerung sichtbar

VON WALTRAUD SCHWAB

Auf dem ehemaligen Bahngelände am Gleisdreieck wurden gestern Einkorn und Emmer geerntet. Mit einer Sichel bewehrt, ziehen Babette Berndt und Hartwig Berger vom Berliner Ökowerk aufs Feld. Viel Zeit braucht das SchnitterInnen-Duo nicht, um die 15 Quadratmeter Urgetreide zu mähen. In jeder Hand eine Garbe, posieren die Pioniere danach vor der Kamera. Einkorn und Emmer sind uralte Getreidesorten. Sie stammen aus Wildgräsern, die sich einst in Ostanatolien ausbreiteten. "Mit ihrer gezielten Aussaat hat vor 10.000 Jahren die Landwirtschaft begonnen", meint Berger, der bis 2001 für die Grünen im Abgeordnetenhaus saß. Dass das Urgetreide im Frühjahr auf dem Gleisdreieckgelände ausgesät wurde, hat mehrere Gründe. Zum einen sind Einkorn und Emmer ungeheuer genügsam, was die Bodenqualität angeht, und sehr resistent gegen viele Schädlinge. Das müssen sie auf dieser Brache südlich des Potsdamer Platzes auch sein. Das Erdreich ist hier so verdichtet, dass die landwirtschaftlichen Pioniere es mit dem Pickel bearbeiten mussten. Außerdem ist er, weil altes Bahngelände, vermutlich mit Schwermetallen verseucht. Seit Jahren schon ringen AnwohnerInnen des Gleisdreiecks darum, Teile des Geländes als interkulturellen Garten nutzen zu können. Etwa einen Hektar Land benötigen sie dafür. Zwar wurde eine Fläche in etwa dieser Größe gerade vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit einem dekorativen Zaun abgetrennt und das Gleisdreieck in diesem Frühjahr auch für die Allgemeinheit geöffnet. Trotzdem hängt das Projekt "interkultureller Garten" weiterhin in der Luft. Es werde argumentiert, dass Verwaltungsvorschriften eine Ausschreibung für die landschaftliche Gestaltung des Geländes unumgänglich machten, sagt Elisabeth Meyer-Renschhausen von der AG Gleisdreieck. Zum einen verschlinge ein Wettbewerb vermutlich viel von dem Geld, das für die Gestaltung des öffentlichen Teils vorhanden wäre. Zum anderen könne es sein, dass am Ende gar kein interkultureller Garten mehr vorgesehen sei. "Wenn man aber Parks für die Menschen macht, dann muss man ihnen Anreize zur Mitarbeit geben." So sieht das auch Hartwig Berger. "Viele Berliner Migranten kommen aus Ostanatolien, wo der Getreideanbau seine Wiege hat." Aus seiner Sicht macht ein Einkornfeld diese Verbindung sichtbar. Vorausgesetzt natürlich, sie wird mit einer Hinweistafel erläutert. Die Urgetreide wurden ohne Genehmigung angebaut. Wie auch die anderen Kulturpflanzen, die hier sprießen. Auf einem Feld blühen Kleesorten, die eigentlich zum Düngen genutzt werden: Die Pflanzen sammeln Stickstoff, untergepflügt verbessern sie die Bodenqualität. Zudem sind zwischen den gelb blühenden Goldruten, die selbst im Schutt wachsen, kleine Inseln mit Kartoffeln, Kürbis und Karotten zu finden. Essen will die derzeit noch niemand.

 

Berliner Zeitung, 24.08.2005

Korn-Ernte in der City

Am Gleisdreieck reifen die beiden ältesten Getreidesorten der Menschheit

KREUZBERG. Auch in Berlins City kann es überraschend ländlich zugehen: Am Freitag wird mitten in der Großstadt, auf einer Fläche auf dem Gleisdreieck, ein Getreidefeld abgeerntet. Dafür ist allerdings kein Mähdrescher oder andere Technik von Nöten - eine Sichel reicht aus. Denn das Feld ist nur ein Feldchen, gerade mal 15 Quadratmeter groß. Dafür ist die Ernte etwas ganz Besonderes. Denn es handelt sich um die beiden ältesten Kornarten der Menschheit - Einkorn und Emmer.
Das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin hat am Gleisdreieck diese beiden Arten ausgesät. "Man könnte sie als Verwandte unseres Weizens ansehen", sagt Hartwig Berger vom Ökowerk. Das Einkorn war das erste Getreide, das die Menschen vor rund 10 000 Jahren gezielt für ihre Ernährung angebaut haben. Das war im so genannten Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, dem heutigen Irak. Auch im heutigen Israel und der Türkei wurde das Getreide kultiviert. "Man hat es damals aber noch nicht zu Brot verbacken, sondern einen Brei daraus zubereitet", sagt Berger. Das Backen kam später: Reste von Einkornbrot fanden sich im Magen des legendären Ötzi, der über 5 000 Jahre alten alpinen Eismumie aus den Südtiroler Alpen. "Das Einkorn wurde auch in Europa angebaut, doch sein Ertrag war relativ gering", so Berger. Wie der Name schon sagt, bildet sich an jedem Glied der Ähre nur ein Korn - beim Weizen sind es vier- bis fünfmal so viele. Deshalb ging der Anbau zurück, bis Anfang der 1990er-Jahre Öko-Landwirte die alten Sorten wieder entdeckten. "Ihr Vorteil ist ihre robuste, wenig anfällige Art", sagt Berger. Einkorn enthält zudem viele Ballaststoffe, Carotin und Eiweiß. Deshalb findet man es auch in Müsli. Und für Menschen mit einer Weizenallergie ist das daraus gebackene Brot eine Alternative. "Lecker ist auch das Emmer-Bier", sagt Berger.

Die Ernte vom Gleisdreieck ist allerdings nicht für den Verzehr geeignet. Dafür ist der dortige Boden zu stark verunreinigt. Die Korngarben werden zu Schmuck verarbeitet. Im nächsten Jahr will das Ökowerk dort ein Wintergetreidefeld anlegen.

 

Berliner Zeitung, 22.08.2005

Berlin bekommt eine neue Messe

Premiere für Buch!Berlin

Die kleine Berliner Buchmesse, die in den vergangenen drei Jahren im November erst in der Backfabrik, dann in den Rathauspassagen stattfand, gibt es in diesem Jahr nicht mehr. Dafür bekommt die Hauptstadt eine neue Buchmesse: Vom 25. bis 27. November findet zum ersten Mal die Buch!Berlin im ehemaligen Postbahnhof am Gleisdreieck statt. Veranstaltet wird die Publikumsmesse von der Premium Exhibitions GmbH, die bisher die Modemesse Premium und die Schuhmesse To Shoe organisiert hat.
Die Veranstalter erwarten bis 120 internationale und deutsche Aussteller, darunter auch viele kleine Verlage, und 12 000 bis 15 000 Besucher. Der Eintritt soll drei, ermäßigt zwei Euro betragen.

"Mit der Messe wollen wir das Buch und Lesen promoten", sagt Sprecher Ralf Strotmeier. Auf der Modemesse Premium hat es bisher schon das Segment Coffeetable Favourites gegeben, in dem schöne Bücher aus dem Bereich Architektur, Mode und Kunst vorgestellt wurden. Die Buch!Berlin sei die logische Weiterführung, so Strotmeier. Dort soll es von Bildbänden über Belletristik bis zum Sachbuch alles geben. Für das Verlags-Know-how hat sich die Premium Bodo von Hodenberg von der Agentur für bildschöne Bücher sowie Jürg Sundermeier vom Verbrecher Verlag mit ins Boot geholt. (eds.)

 

Berliner Morgenpost, 20. 08. 05

Museum wartet auf Millionen

Kreuzberg: Britischer Technik-Mäzen benötigt Geld für die eigene Firma und verschiebt Überweisung seiner Spende

Von Sabine Gundlach

Geduldsprobe für das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTM): Die bereits für Ende Juli vereinbarte erste Rate von 1,5 der insgesamt 5,5-Millionen-Euro-Spende des englischen Erfinders und Unternehmers Glenn Lacey ist noch nicht überwiesen. "Der Mäzen hat uns in einem Brief informiert, daß es zu einer Verzögerung kommt, weil er das Geld aus seinem Privatvermögen kurzfristig für Investitionen in die eigene Firma benötigt", bestätigte gestern Museumsdirektor Dirk Böndel. In seinem Schreiben habe der Museumsfreund versichert, daß er "shortly" - in Kürze - zahlen wolle. "Die Spende ist für den Kauf des 3,4 Hektar großen Nachbargrundstücks vorgesehen, auf dem das Technikmuseum langfristig die Errichtung eines Erweiterungsbaus plant. Direktor Böndel betonte, er gehe nach wie vor davon aus, daß die der Senatsverwaltung für Kultur vertraglich zugesicherte Spende "rechtzeitig zum Kauf des Grundstücks überwiesen wird". Der Kauf erfolgt im Kontext des städtebaulichen Rahmenvertrages, den das Land Berlin mit dem Immobilienunternehmen Vivico Real Estate GmbH für insgesamt 42 Hektar auf dem Gleisdreieck-Areal ausgehandelt hat. Jener muß allerdings noch vom Abgeordnetenhaus abgesegnet werden. Bei der Vivico rechnet man nach Angaben von Sprecher Wilhelm Brandt noch in diesem Jahr mit der Ratifizierung des Rahmenvertrages. In der Senatsverwaltung für Kultur hieß es jedoch, "daß der Abschluß des Rahmenvertrages noch nicht absehbar" sei. "Wir sehen die Verzögerung der Spenden-Überweisung deshalb auch ganz gelassen", sagte Thorsten Wöhlert. Wie der Sprecher von Kultursenator Thomas Flierl (PDS) erläuterte, "hat der Spender uns vertraglich die Zahlung zugesichert, sich in dem Vertrag aber eine Flexibilität der Zahlungsmodalitäten vorbehalten". Die Vereinbarung beinhalte kein Rücktrittsrecht für den Mäzen, aber auch kein Einklagerecht für den Senat. Ungeachtet der noch nicht eingetroffenen Spende für den Grundstückskauf, sucht Museumsdirektor Böndel schon nach Sponsoren und Partnern für den Erweiterungsbau, der mit etwa 60 Millionen Euro veranschlagt ist. Neben 25 000 Quadratmetern zusätzlicher Ausstellungsfläche soll der Neubau auch Platz für Tagungsräume bieten. Die Finanzierung soll in Public-Private-Partnership unter anderem durch die Vermietung von Büroräumen an entsprechende Verbände oder Firmen erfolgen. "Wir können uns beispielsweise gut vorstellen, daß der Verband Deutscher Ingenieure hier seinen Sitz hat", sagt Museumssprecherin Ulrike Andres. Auch Repräsentanzen von Firmen mit inhaltlicher Nähe zum Museum seien denkbar.

 

Berliner Zeitung, 20.08.2005

Brand am U-Bahnhof Gleisdreieck

Am U-Bahnhof Gleisdreieck hat es am Freitagabend gebrannt. Nach Angaben eines Polizeisprechers standen gegen 17.45 Uhr etwa 100 Meter eines hölzernen Arbeitssteges neben den Gleisen in Flammen, unter dem ein Hauptstromkabel verläuft. Die Feuerwehr konnte das Feuer nach kurzer Zeit löschen. Die Brandursache ist unbekannt. Wegen der starken Rauchentwicklung musste der Bahnhof geräumt werden. Verletzt wurde niemand. Der Zugverkehr auf den U-Bahnlinien 1 und 2 war mehrere Stunden unterbrochen, ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet. Verzögerungen gab es auch auf den Linien U 3 und U 4. Nach Angaben der BVG lief der U-Bahnverkehr am Abend wieder normal. Als letzte Linie hatte die U 1 um 20.30 Uhr wieder ihren Betrieb aufgenommen. Ein weiteres Feuer gab es am Freitagabend am Bahnhof Fehrbelliner Platz. Nach Angaben der Feuerwehr war eine festgefahrene Bremse die Ursache. Der U-Bahnverkehr auf dieser Strecke war nicht beeinträchtigt. (kop.)

 

Berliner Morgenpost 08. 06. 05

Gleisdreieck: Senat startet Umfrage zur Parkgestaltung

Kreuzberg

Die Anlieger des Gleisdreiecks erhalten in den nächsten Tagen Post von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Wie Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern mitteilte, startet ihre Verwaltung eine Fragebogenaktion zur Gestaltung des geplanten 23 Hektar großen Parks in Kreuzberg. "Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger,die einen solchen Fragebogen erhalten, ihn uns ausgefüllt zurückzuschicken, damit wir uns ein Bild von ihren Wünschen und Vorstellungen machen können", sagte Junge-Reyer gestern, nachdem im Senat der Vorlage des Rahmenvertrags für das Gleisdreieck in den Hauptausschuß zugestimmt wurde.sg

 

 

07.06.05, Pressmitteilung der VIVICO

Gleisdreieck in Berlin: 23 Hektar Park in greifbarer Nähe

Berlin, den 7. Juni 2005 Nachdem der Berliner Senat heute die Verträge zur Entwicklung des Gleisdreiecks in Berlin zur Kenntnis genommen hat, stehen die Chancen für eine baldige Parknutzung sehr gut. "Wir sind zuversichtlich noch im Herbst diesen Jahres die endgültige Rahmenvereinbarung zu unterschreiben", so Wilhelm Brandt, Pressesprecher des Grundstückseigentümers Vivico. An dem Ergebnis eines 23 Hektar großen Parks hält auch die Vivico fest. Ursprünglich war auf dem Grundstück nur ein 16 Hektar großer Park vorgesehen. "Alle Grünflächen zusammen ergeben heute 27 Hektar, mit dem sogenannten Wäldchen sind es sogar 30 Hektar", so Brandt.

 

Berliner Morgenpost, 05. 06. 05

Mekka für Beachvolleyballer

Kreuzberg: Seit gestern gibt es am Gleisdreieck 20 neue Spielfelder

Seit gestern hat Berlin einen neuen Strand: Über 3500 Tonnen goldgelben Spezialsand haben das Gleisdreieck in das neue Mekka für die Beachvolleyballer verwandelt. "Wir hatten es einfach satt, daß anderswo die Felder dauernd belegt sind", erzählen Frank Philipp und Christian Köhler. Die beiden Initiatoren des "Beach Park 61" fanden an derMöckernstraße das perfekte Gelände, um ihren Traum vom eigenen Strand Realität werden zu lassen. Über 150 Sattelschlepperlandungen brauchte es, um die 10 000 Quadratmeter große Fläche mit dem mehrfach gewaschenen Sand aufzuschütten. Der neuste Berliner Strand bietet Platz für insgesamt 20 Beachvolleyballfelder. Wer beim Spielen ganz ins Schwitzen kommt, kann sich im Liegestuhl an der stilechten Strandbar erfrischen.

 

Tagesspiegel, 05.06.2005

Riesenrad-Investoren schauen aufs Tempodrom

Land prüft zentrale Standorte für „World Wheel“.

Kulturbau leidet unter Schließung von Liquidrom

Das Tempodrom war schon Anlass für viele Fantasiespiele. Jetzt ist das Gelände neben dem Kulturbau am Anhalter Bahnhof auch noch als möglicher Standort für das gigantische Riesenrad „World Wheel“ im Gespräch, dessen Investoren gemeinsam mit der Stadtentwicklungsverwaltung seit langem nach einem möglichen Standort in der Innenstadt suchen.

Nachdem kürzlich der ursprünglich favorisierte Standort am Technikmuseum ausgeschieden war, wird jetzt unter anderem die Fläche vor dem Tempodrom geprüft, wie es intern in der Stadtentwicklungsbehörde heißt. Offiziell will sich dazu aber bislang niemand äußern.

„Es werden eine Hand voll Plätze geprüft, aber wir haben mit der Verwaltung vereinbart, nichts darüber zu sagen, bevor ein Ergebnis vorliegt, um mögliche Standorte nicht zu zerreden“, sagt Michael Waiser, seit Dezember Geschäftsführer der Holding „World Wheel Berlin“. Ebenso wolle man sich weiterhin nicht dazu äußern, welche Investoren sich hinter dem mit 60 Millionen Euro veranschlagten Projekt verbergen. Spruchreif sei bislang nur, dass das laut Planung 175 Meter hohe Riesenrad an einem „zentralen Standort“ stehen soll, damit die erhofften Besucher einen guten Blick auf die Sehenswürdigkeiten Berlins haben, wie Waiser sagt. Das wäre beim Vorplatz des Tempodroms gegeben, auf dem sich derzeit ein Sportplatz befindet.

In die Verkaufsbemühungen für das insolvente Tempodrom ist inzwischen offenbar neuer Schwung gekommen. Nachdem lange Zeit kein Bieter mehr als fünf Millionen für das ursprünglich 32 Millionen Euro teure Haus zahlen wollte, liegt jetzt offenbar ein Gebot von rund zehn Millionen Euro vor. Entsprechende Angaben des vorübergehenden Verwalters, Torsten Griess-Nega von der Steinbacher Treuhand, bestätigten am Sonnabend auch andere Beteiligte. Die beiden Insolvenzverwalter, die für den Verkauf zuständig sind, waren für eine Stellungnahme aber nicht zu erreichen. Auch wer der neue Bieter ist und welches Konzept er hat, ist bislang unbekannt.

Finanziell steht es um das Kulturgebäude derzeit weniger gut, vor allem wegen der im April erfolgten Schließung der Liquidrom-Therme. Dadurch entgehen dem Insolvenzverwalter der Tempodrom-Stiftung, Udo Feser, wichtige Einnahmen, die auch durch das gut laufende Veranstaltungsgeschäft in dem Haus nicht ausgeglichen werden. Daher schreibt das Tempodrom im laufenden Betrieb nach einer längeren Phase der wirtschaftlichen Erholung seit kurzem erstmals wieder rote Zahlen, wie Griess- Nega sagte, der formal Vorsitzender des Tempodrom-Stiftungsrates ist.
Kenner des Hauses befürchten, dass die ursprünglich nur als vorübergehende Sanierungsmaßnahme von einigen Monaten angekündigte Schließung des Liquidroms länger als geplant dauern könnte. Das könnte langfristig auch dem Veranstaltungsbetrieb Schaden zufügen, da dessen Gewinne wegen der nun fehlenden Liquidrom-Einnahmen nicht mehr ausreichen, um die laufenden Kosten des Hauses zu decken. Lars von Törne

 

 

Tagesspiegel, 02. 06. 05

Land soll Stammbahn prüfen

Gemeinsamer Antrag von SPD und CDU

Kleinmachnow - Die brandenburgische Landesregierung soll die Finanzierbarkeit des Wiederaufbaus der Stammbahn prüfen. Das werden die Fraktionen der SPD und CDU in einem gemeinsamen Antrag auf der Landtagssitzung in der kommenden Woche fordern. Die Abgeordneten haben innerhalb ihrer Fraktionen bereits zugestimmt. „Mit der Stammbahn könnten rund 100000 Menschen an das Bahnnetz angeschlossen werden", so der Kleinmachnower SPD Landespolitiker Jens Klocksin als Mit-Initiator des Antrages. In dem Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, verschiedene Finanzierungsvarianten mit Bund und Bahn zu prüfen, sowie die Kosten nach Ausbaustufen darzustellen. Klocksin: „Das sollte aber nicht zu Lasten anderer zukunftsfähiger Bahnstrecken im Land gehen.“

Schon seit langem bekunden die Länder Berlin und Brandenburg ihr Interesse am Wiederaufbau der Stammbahn. So ist er in der Berliner Koalitionsvereinbarung von SPD und PDS festgelegt. Das Land Brandenburg hat die Stammbahn ins Bahnkonzept 2009 aufgenommen. „Beide Länder wollen die Stammbahn. Jetzt wollen wir das forcieren, damit es keine Schubladen-Idee bleibt", erklärte Klocksin gestern.

Die Stammbahn war 1838 die erste preußische Eisenbahnstrecke. Von Berlin führte sie über Zehlendorf, Kleinmachnow und Dreilinden nach Potsdam. Nach Krieg und Mauerbau verfiel die Strecke. Die Trasse wurde aber freigehalten. „Mit der Wiedereinrichtung der Stammbahn könnte die Regionalbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin entscheidend verbessert werden. Gleichzeitig wären endlich Teltow / Kleinmachnow/ Stahnsdorf und der Europarc Dreilinden mit derzeit etwa 2000 und künftig rund 6000 Arbeitsplätzen an das Bahnnetz angeschlossen", nennt Klocksin Gründe für einen Wiederaufbau. Für die Stammbahntrasse wurde im Rahmen der Nord-Süd-Verbindung bereits ein Einführungsbauwerk in Berlin (Gleisdreieck) gebaut. Die technischen Voraussetzungen liegen somit vor. „Die Bahn müsste 35 Millionen Euro Fördermittel an den Bund erstatten, falls dieses Einführungsbauwerk nicht für die Stammbahn genutzt wird."

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche begrüßt, „dass sich der Brandenburger Landtag dieses wichtigen Themas für die Region Teltow endlich annimmt.“ Der Wiederaufbau Stammbahn müsse durch die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg Priorität bei der Verwendung von Bundesmitteln für die Maßnahmen des Schienenpersonennahverkehrs eingeräumt werden. „Die Region benötigt die Herstellung dieser wichtigen Verkehrsverbindung in den nächsten fünf Jahren“, so Reiche. Erst vor wenigen Wochen hatte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Kleine Anfrage zur Stammbahn gestellt. In ihrer Antwort wies die Bundesregierung darauf hin, dass über den Wiederaufbau der Stammbahn in erster Linie Brandenburg und Berlin entscheiden müssen.

Peter Könnicke