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Zur Podiumsdiskussion am 12.03.04 Argumente gegen das Riesenrad am GleisdreieckVortrag für die AG-Gleisdreieck von C. Schmidt-Hermsdorf
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| 1. | Wie auf dem Jahrmarkt: Attraktionen und Events als Erfolgsersatz
für Berlins Zukunft. Vor Jahren ein Tivoli, im vergangenen Jahr Mehdorns
Größter, ein Hochhausturm am Landwehrkanal , in diesem Jahr das
weltgrößte World Wheel pünktlich zur Weltmeisterschaft.
Für 60 Millionen eine Kopie vom London Eye, aber breiter und Höher
und - wie wir gerade von Herrn Nishen erfuhren - auch noch innovativer als
das dortige Vorbild. Potenzgehabe, das der Entwicklung dieses Ortes und
dieses innerstädtischen Landschaftstyps - dem Gleisdreieck - schadet. |
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| 2. | Zum Vergleich: Das kleinere London Eye (Kosten: 108 Mio €) entstand im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs im Herzen der britischen Metropole, gegenüber vom Big Ben, ein urbaner Ort am Südufer der Themse, der in der Nachbarschaft Museen, Bars und Restaurants aufblühen ließ. Ein ähnliches World Wheel wäre an einem vergleichbar urbanen Ort in einer der vielen Berliner Mitten durchaus vorstellbar, z.B. am Osthafen, in der neuen "Media-Stadt" an der East-Side-Gallery am Ufer der Spree - und in weiter Ferne, da lockt das Riesenrad vom Plänter Wald zum Ausflug entlang der Spree. Aber das Gleisdreieck ist für ein solches World Wheel der falsche Ort | |
| 3. |
Das World Wheel reiht sich ein in eine Reihe geplanter "Akte der Unkultur", wie es Ben Wargin ausdrückte. Die vorangegangene Abrissplanung auf dem Gelände des eh. Anhalter Güterbahnhofs soll weiterverfolgt werden. Diesmal nicht, um Platz zu schaffen für Stadtvillen im umgetauften "Schwechten Park", sondern für's Riesenrad. Auswahlkriterium für den Standort Schwechten Park war sicherlich auch der niedrigere Grundstückspreis - z.T. berlineigenes Gelände. Die vorangegangene Umwidmung des Geländes von Grün- in Bauland für Stadtvillen mit einer GFZ von 1,5 trieb den Bodenpreis hier nicht so hoch, wie die hohe Baudichte mit einer GFZ von 3,5 an "Flotwellpromenade", "Yorkdreieck" und "Möckernkiez". Das billigere Bauland war für die Standortwahl des World Wheels entscheidender als städtebaulich Gründe wie die vorgetragene Nähe zur Stadtmitte. Zur Unkultur dieser Standortwahl und Planung:
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| 4. | Über Ankündigungen wie dem Riesenrad auf dem Gleisdreieck wird die eigentliche Attraktion des Ortes für Berlin vergessen: Die Eigenart der eh. "eisernen Landschaft" und dem, was zwischen stillgelegten Gleisen und ehemaligen Bahnanlagen, wie in der Ladestrasse zwischen den Relikten des Anhalter Güterbahnhofs als Biotop neu entstand. Seit 1978 wird hier eine Parklandschaft versprochen, die sich von der Eigenart des Ortes inspirieren lassen sollte, diese bewahrt und integriert - Internationale Bauausstellung, Bundesgartenschau, 60 ha Stadtpark mit dem Deutschen Technik Museum u.a. als Ausgleich für die Potsdamer Platz Bebauung. In den 70er und 80er Jahren war dieses Niemandsland zwischen West und Ost inmitten Berlins noch eine Naherholungsoase für die umliegenden Innenstadtbezirke. Auch das sollte hier wiedererstehen. | |
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Um uns künftig endlich darüber verständigen zu können, wie erste Schritte zur Realisierung des versprochenen Parks eingeleitet werden können, haben wir die Parkgenossenschaft "Gleisdreieck" gegründet. Uns braucht man keine roten Teppiche ausrollen. Aber wir erwarten, dass unser Anliegen und das anderer Bürger, sich aktiv an der Entwicklung und Pflege des Parks beteiligen zu wollen, auf den hoheitlichen Ebenen des Bezirks und Senat mitgewollt und unterstützt wird. Erstes Entwicklungsziel der Genossenschaft zur Entstehung des Parks ist die Anlage eines Wegenetzes. Mit diesem Wegenetz soll Bürgern das Parkgelände auch inhaltlich erschlossen werden. Hinweisschilder sollen nicht nur über natur- und heimatkundliche sowie industrie- und kulturgeschichtliche Bedeutung einzelner Ort auf dem Gelände informieren, sondern auch über Planungsabsichten und ihre Entscheidungshintergründe. Eine solche Bürgerbeteiligung im Maßstab 1:1 fordern wir. |
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