Sechs Ideen für einen Park
Dokumentation des Wettbewerbs von 1991,
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Grün Berlin GmbH
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Naturpark
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Ideen-
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Gleisdreieck

Ein
Europäischer
Garten

Der Park

Gleisdreieck morgen - Sechs Ideen für einen Park
Die Entwürfe entstanden 1991 im Rahmen eines Wettbewerbs, der von der Bundesgartenschau Berlin 1995 Gmbh und dem Bezirksamt Kreuzberg durchgeführt wurde. Ziel des Wettbewerbs war, ein Konzept für die Bundesgartenschau 1995 zu finden, die auf dem Gleisdreieck stattfinden sollte. Kurz nach dem Ende des Wettbewerbs wurde die Bundesgartenschau abgesagt, da das Gelände für die Baulogistik gebraucht wurde. Übrigens: die Broschüre mit den 6 Entwürfen ist immer noch zu haben, bei der Grün Berlin GmbH.

Zur Bedeutung der Wettbewerbsbeiträge heute

Was vor über 10 Jahren gedacht wurde, wird heute gelegentlich als antiquiert empfunden. Auch in den sechs Entwürfen sind einzelne Details dieser Art zu finden. Doch, wo die Teilnehmer sich konkret mit dem Ort auseinandersetzten, sind die Aussagen heute noch aktuell. Die grüner Bänder entlang den unzähligen Gleistrassen strukturieren nach wie vor das Gelände. Durch die Baulogistik und den Bau der neuen Fernbahnlinie samt Tiergartentunnnel ist zwar das Grün dezimiert worden. Die Logistik und die neue Bahnlinie haben die historischen Strukturen des Geländes nicht grundsätzlich verändert. Im Gegenteil: sie haben sich in diesen Strukturen entwickelt.
Der Umgang mit der "Transportwildnis" und den "grünen Bändern", mit den topografischen (Zeit)-Schichten des Gleisdreieck, die Vernetzung des Parks, die Funktion als Stadtteilpark und gleichzeitig als Park für die Hauptstadt, oder gar als "Europäischer Garten" sind heute noch so aktuell wie vor 10 Jahren. Eine Frage ist noch aktueller geworden, die damals von den Autoren der Entwürfe unterschiedlich beantwortet worden war. Wie kann quer zu den zahlreichen in Nord-Süd-Richtung laufenden Bahnlinien eine Durchwegung des Geländes in Ost-West-Richtung erfolgen? Es gab zwei unterschiedliche Antworten: als ein das gesamte Gelände überspannender Steg - oder als Zig-Zag-Linie, die vorhandenen Pfaden folgt und vorhandene Hindernisse flexibel umgeht. Durch den Bau der neuen Fernbahnlinie ist zumindest in der Mitte ein Brückenbau notwendig geworden. In welches der beiden Konzepte diese Brücke aber integriert wird, ist offen.
Oder ist es überhaupt antiquiert, sich Gedanken machen, wie der letzte große Freiraum in der Mitte Berlins gestaltet werden kann? Für die Brücke zwischen den beiden durch die Fernbahn getrennten Parkhälften gibt es sowieso kein Geld. Und der Park auf dem Potsdamer Güterbahnhof, also auf der westlichen Hälfte des Gleisdreieck, wird kaum noch den Namen Park verdienen, wenn der zwischen dem Land Berlin und dem Grundstückseigentümer VIVICO ausgehandelte Rahmenvertrag durchgesetzt wird. Im Zeitalter der Haushaltskrise heißt es allenthalben: ist doch egal, wie es aussieht, Hauptsache - es kostet nichts. Das ist der Leitgedanken, mit dem die Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der VIVICO als Grundstückseigentümer des Geländes geführt werden. Der Optimismus, den die sechs Entwürfe im Jahre 1991 ausstrahlten, wo ist der geblieben?

Matthias Bauer, November 2002
Die Broschüre
"Gleisdreieck morgen, Sechs Ideen
für einen Park"

ist erhältlich
bei der
Grün Berlin Gmbh.