| Erläuterungsbericht
Die Bandstrukturen, entstanden aus den alten Bahnlinien, sind für
den Betrachter oder Durchwanderer des ehemaligen Verkehrsgeländes
Gleisdreieck und der südlich und nördlich daran anschließenden
Flächen das signifikanteste Zeichen. Diese Strukturen als ,Grüne
Bänder' zu sichern, zu stärken und mit angrenzenden Grünflächen
zu einem Netz zu ergänzen, bietet dem Neuen Berlin das modernste
denkbare Grünsystem für eine Großstadt der Zukunft.
Es kann den funktionalen Anforderungen der Bewohner und Nutzer und dem
natürlichen Wanderverhalten der in der Stadt existierenden Flora
und Fauna entsprechen. Es wird daher besonderer Wert darauf gelegt,
die wichtigsten Restbänder - auch bei Annahme ungünstigster
Entwicklung - zu sichern und die denkbaren Verbindungen zum Anhalter,
wichtiger noch zum Potsdamer Bahnhof, zu verknüpfen.
Neben den Bändern gibt es - zur Zeit noch schwer erkennbar - Architekturen
und Situationen, deren Wert für die Zukunft in einer besonderen
Erlebnis- und Gestaltqualität liegt: die Schlucht einer ehemaligen
S-Bahn-Tunneleinfahrt, die von Vegetation überwucherten S-Bahn-Bögen
und Yorck-Brücken, die ehemalige U-Hochbahntrasse zwischen Nollendorfplatz
und Potsdamer Platz; sogar die Bereiche der Yorckstraße unter
den Brücken sind reizvoll.
An diesen Stellen beginnt die Symbiose zwischen Natur und Stadt. Was
sich die Natur in den letzten Jahrzehnten erobert hat, wird als neue
Grünqualität herausgearbeitet, unterstützt und erlebbar
gemacht. Wild gewachsenen Stadträumen wird Raum gegeben, sie können
sich in neuer Qualität etablieren, sich geänderten Nutzungsansprüchen
anpassen, oder sich zugunsten des Freiraumkonzeptes reduzieren, um sich
damit an alten oder neuen Standorten im Planungsgebiet aufzuwerten.
Durch das Verketten und Transparentmachen der Ansprüche von Natur
und Stadt entsteht hier ein Erfahrungsbereich für einen neuen Naturbegriff.
Zu einzelnen Inhalten und Markpunkten, anhand der Legende des Zielplanes:
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Grüne
Bänder:
Die durch lineare Bahnnutzung in Nord-Süd-Richtung entstandenen Grünen
Bänder ziehen sich über alle Flächen. Die störungsfreie
Entwicklung dieser Bänder, die entlang der Gleise zu einem Vorwald
herangewachsen sind, wird durch Vermeidung axialer Ost-West-Ver-bindungen
unterstützt. Dort, wo Stadt-brachen es zulassen, werden sie fortgeführt;
gewerbliche Nutzungen werden zur Schaffung erforderlicher Grünverbindungen
gegebenenfalls zurückgebaut. Leitmotiv sind vergangene oder durch
historische Entwicklung heute vorhandene Raum- und Nutzungsstrukturen.
Hauptwegeachsen:
Die Hauptwegeachsen erschließen die neuen Parkflächen Potsdamer
und Anhalter Bahnhof vom Südgelände her über das Gleisdreieck.
Indirekte Wegebeziehungen:
Wegeverbindungen in Ost-West-Richtung erfolgen beiläufig und orientieren
sich an vorhandenen Pfaden, Verkehrswegen und Bahnübergängen,
die durch Abriß von Zäunen, Mauern und Schuppen miteinander
verknüpft werden. Hierdurch entstehende 'Umwege' sind zugunsten
des Landschaftserlebens und zum Schutz wertvoller Vegetationsbestände
beabsichtigt.
Eingänge:
Vorhandene Eingänge, insbesondere an der Yorckstraße und
Möckernstraße, werden wieder geöffnet, ausgebaut und
teilweise vergrößert. Neue Eingänge werden an funktional
wichtigen Standorten über Plätze definiert.
Plätze:
Plätze sind nur als Tore zum zentralen Grünbereich zu sehen.
Sie sind als Stadtplätze architektonisch gestaltet.
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Theater- und Kulturlokschuppen
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Kulturzentrum:
Als Zentrum für Stadtteilkultur wird der zerstörte Lokschuppen
am südlichen Ende der gewerblich genutzten S-Bahn-Bögen wiederaufgebaut
und zum Herzstück des Gleisdreiecks. Die in Kreuzberg und Schöneberg
in ganz besonderem Maß vorhandene multikulturelle Dichte bekommt
hier einen attraktiven Ort für spontane wie auch für geregelte
Kunst- und Kulturereignisse. |
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laßt uns über die Mauer springen
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Initiativgärten:
Vorhandene Gewerbe- und Lagerflächen, zufällig in ihren Abgrenzungen,
erhalten über Aktivitäten interessierter Einzelpersonen oder
Gruppen neue Inhalte und Gestaltungen gärtnerischer Art. Die sukzessive
Umwandlung der Gewerbeflächen läßt abwechslungsreiche
und multifunktionale offene Grünflächen entstehen.
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... um die Initiative zu ergreifen |
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Hochpromenade:
Die alte, nicht mehr befahrene U Bahn Hochtrasse soll vom Kultur-Lok-Schuppen
pen aus bis zum Nollendorfplatz eine Fußgängerverbindung
schaffen, die neue Ein- und Ausblicke auf eine gewohnte Stadtlandschaft
bietet. Die Perspektive macht auch den Anspruch an die Vernetzung von
Grün und Stadtstrukturen deutlich.
Aktivgärten:
Beschrieben unter dem Punkt Initiativgärten
Kleingärten:
Vorhandene Kleingarten werden erhalten.
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Gewerbe-Viadukt |
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Gewerbe-Viadukt:
Die S-Bahn-Bögen sind vom Schöneberger Ufer bis zum alten
Lok-Schuppen von Werkstätten und verschiedenen Läden genutzt.
Ihre schon mit Spontanvegetation begrünte Dachflache soll soweit
saniert werden, daß eine obere Wegeverbindung zum Potsdamer Platz
mit kleinen Plätzen und Cafés entsteht. Das Innere der Bögen
wird sich in der Folge zu einer attraktiven Ladenzeile, ähnlich
den Bögen am Savignyplatz, entwickeln.
Fußgängerbrücke:
Die vorhandene Brücke der Magnet-Bahn wird zur Fußwegverbindung
vom Gewerbe-Viadukt über den Landwehrkanal zum Potsdamer Bahnhof.
Grünbrücke:
An der Stelle, an der die Züge zum Anhalter Bahnhof über den
Landwehrkanal fuhren, nutzt eine begrünte Fußgängerbrücke
die alten noch vorhandenen Brückenundamente.
Kleinmarkthallen:
wie oben beschrieben
Wildwuchsdamm:
Ein Damm, gebaut aus Abbruchmaterialien der Umgebung, jedoch architektonisch
gestaltet, begrünt mit niedrigen Gehölzen, begehbar, durchbrochen,
setzt anstelle des ehemals hier vorhandenen westlichen Bahnsteiges des
Anhalter Bahnhofs einen markanten Abschluß der Gleis- und Grünbänder
zum Anhalter Platz. Die Fassung des Platzes laßt historische Bahnhofsdimensionen
deutlich werden.
Grünverbindung Tiergarten:
Arn Potsdamer Platz gibt es keinen Endpunkt für das System der
Grünen Bänder. Sie vernetzen sich weiter zum Tiergarten. Die
künftige Bedeutung des Potsdamer Platzes soll daran gemessen werden,
wie sensibel eine moderne Großstadt mit der einmaligen Chance
umgeht, vorhandene Grünstrukturen zum Maßstab eines lebenswerten
und wirtschaftlichen attraktiven Stadtzentrums zu machen.
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