Die Stadtgeschichte/-entwicklung
als Schichten-Erfahrung
Ausgangsgedanke ist der Versuch, drei stadtgeschichtliche Ebenen klar
zu thematisieren und bedeutende Verknüpfungspunkte herauszuarbeiten.
Ebene 0: die "Ur-Ebene"
Märkischer Sand, erst bewaldet, dann Ackerfläche vor den Toren
von Berlin und Neukölln, heute nur noch in Baugruben sichtbar -
Berlin ist auf Sand gebaut!
Ebene 1 (plus vier Meter):
die "Industrie-Ebene" Die Industrialisierung Berlins und die
Entwicklung zum Verkehrsknotenpunkt mit Kopf bahnhöfen, die sich
mit 4 m Bodenaufschüttung, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten,
keilartig in die axial geplante Stadtstruktur schieben. Trennung bis
heute zwischen Stadtquartieren, nach verordneter jahrzehntelanger Ruhe
"Nährboden" für eine Wildnis, die es nur hier gibt.
Ebene 2 (plus weitere vier Meter):
die "Entwicklungs-Ebene" Die Ruhe ist vorbei, Geschäftigkeit
liegt in der Luft. Diese Ebene, teilweise von den momentanen Nutzern
in Form von Sand- und Schutthügeln schon geschaffen, ist Experimentierfeld
für die Zukunft, Plateau für das "Morgen" von Berlin.
Um einen zentralen, pulsierenden Bereich, sowohl Knotenpunkt der Wegeverbindungen
als auch Verbindungselement zwischen den Ebenen, entstehen drei Parke:
Der westliche Park
Hier finden wir alle drei Ebenen. In der Bewegungsrichtung der ankommenden
Züge fließt eine Wellenlandschaft zum Potsdamer Platz und
verknüpft die (Ge-)Schichten miteinander, legt frei, berücksichtigt
Gewachsenes, schafft Neues, ist Erlebnisbereich im Dialog zwischen kleinräumigen
Vertiefungen und die Weite der Stadt aufnehmende Kuppen.
Der unberührte Park
Die Bereiche, in denen sich die Ruderalvegetation auf der alten "Industrie-Ebene"
ungestört entwickeln konnte und weiter entwickeln soll, angefangen
vom Anhalter Bahnhof bis zum Schöneberger Südgelände,
sind allgemeiner Rückzugsraum für behutsame Entwicklungen,
überbrückt und von außen betrachtbar/ getrennt und nur
für "Suchende" betretbar.
Der östliche Park
Erhöht, ein Plateau, das Raum bietet für Versuche, Wagnisse,
Zukünftiges. Außenraum und Bebauung bilden hier eine kontrastreiche
Einheit ("High-Tech-Ecology") für unterschiedlichste
Nutzungen, sind ein sich rasch wandelndes gestalterisches und technologisches
Experimentierfeld der Stadt von "morgen".
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